An der CNC-Fräsmaschine erklären die Feinwerkmechaniker und Auszubildenden Kultusminister Grant Hendrik Tonne (3.v.l.), dem Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff (l.) und weiteren Gästen die Produktionsabläufe. Geschäftsführer Christoph Wenk (Mitte) und Ausbildungsleiter Andreas Lackner (2.v.l.) führen die Gruppe.
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Ausbildung mit Strahlkraft

Kultusministerium ehrt cwTec in Hage für seine herausragenden Leistungen in der Nachwuchsförderung.

Ostfriesland. Der Werkzeughersteller und Maschinenbauer cwTec in Hage ist vom Kultusminister Grant Hendrik Tonne mit der „Niedersächsischen Auszeichnung für besonders verlässliche Ausbildung 2021“ in der Kategorie Handwerk ausgezeichnet worden. „Für uns sind die Auszubildenden das Wertvollste, was wir haben“, sagte Firmeninhaber Christoph Wenk. Während der kleinen Feier in den Werkhallen begrüßte er neben dem Politiker unter anderem den Präsidenten der Handwerkskammer für Ostfriesland, Albert Lienemann, den Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff sowie Vertreter der Berufsbildenden Schulen Aurich, Emden und Norden und weitere Ausbildungspartner.

„Der Betrieb cwTec ist ein besonders gutes Beispiel für die gelungene Gestaltung der dualen Ausbildung und zeigt, dass Ausbildung viel mehr ist, als die Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs. Es ist auch ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur“, gratulierte Handwerkskammerpräsident Albert Lienemann. Passend zum 30-jährigen Firmenbestehen wurde die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 1.000 Euro überreicht. Christoph Wenk und Ausbildungsleiter Andreas Lackner sprachen von einer großen Ehre. Es sei eine wertvolle Anerkennung für die vielen Bemühungen in der Nachwuchsförderung, die über die Jahre auch durch Kooperationen mit Schulen und Partner gewachsen seien.

„Im Handwerk haben wir das beste Bildungssystem mit hervorragenden Aufstiegschancen“, zeigte sich Christoph Wenk überzeugt. Seit Betriebsgründung 1991 konnten in dem Unternehmen 84 junge Menschen ihren Beruf in vier Sparten erlernen: Feinwerkmechaniker/-in (Fachrichtung Werkzeug, Maschinenbau oder Zerpanung), Elektroniker/-in (Fachrichtung Betriebstechnik), Kaufmann/frau für Büromanagement und Technische/r Produktdesigner/in. Angefangen mit einer zwei Mann Belegschaft arbeiten dort heute 80 Mitarbeiter inklusive neun Auszubildenden. Drei weitere Schulabgänger starten im August ihre Lehre.

Unter anderem konnte das Unternehmen durch das soziale und regionale Engagement, das Mitwirken an Berufsorientierungsmaßnahmen sowie den Umgang mit der Covid19-Pandemie überzeugen. „Es ist spannend, welche Brücken sie schlagen“, zeigte sich Kultusminister Tonne beeindruckt von der „vorbildlichen und exzellenten Ausbildung. Sie sind ein wichtiger Standortfaktor und bieten den Menschen in der Region hervorragende Perspektiven.“ Mit der Auszeichnung wolle das Ministerium im Rahmen des Bündnisses für duale Ausbildung den Blick der Öffentlichkeit auf die Leistungen des Unternehmens richten, damit sie „als Leuchttürmer strahlen und andere mitziehen. Denn die duale Ausbildung ist das größte Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagte der Minister. Gerade die Corona-Pandemie dürfe nicht dazu führen, dass Bewerbungen ihren Weg nicht zu den Betrieben finden. Aus diesem Grunde müssten die Ausbildungsbemühungen hochgehalten werden.

Durch hauseigene Hygienekonzepte konnte cwTec viele der Maßnahmen, wie Praktika, Zukunftstage, Schülerjobs, Bewerbungstrainings und Tandemprojekte mit Schulen in den vergangenen Monaten aufrechterhalten.
Auf die Verknüpfung von praktischen und theoretischen Inhalten wird während der Lehrzeit viel Wert gelegt. Ein Ansatzpunkt, der unter den Absolventen bereits einige Kammer-, Landes- und Bundessieger im Leistungswettbewerb des Handwerks hervorgebracht hat. „Die Praxis verleiht der Theorie den Sinn“, erklärte Ausbilder Andreas Lackner. Mit der Philosophie möchte er auch Jugendliche für technische Berufe begeistern. So betreut er gemeinsam mit der Lehrerin Wiebke Christians an der Kooperativen Gesamtschule Hage das Projekt „CNC-Technik“. Dort schnuppern Schüler in der 9. und 10. Klasse in den Beruf des Feinwerkmechanikers hinein und lernen den Umgang mit Metall, einem 3D-CAD-Programm und den Zerspanungsmaschinen.

Als Mitbegründer des Arbeitskreises Bildung Elektroberufe e.V. wirbt cwTec auch für den Nachwuchs im Beruf Elektroniker/in für Betriebstechnik im Landkreis Aurich. Unter anderem wurde ein „Mathebus“ ins Leben gerufen. Schulabgänger haben vor dem Start der Berufsschule damit die Chance, neun verschiedene Unternehmen der Region zu besichtigen. Mathematische Grundfertigkeiten werden währenddessen vertieft und mit praktischen Anwendungen verknüpft.

„Wir stellen auch Menschen ein, deren Lebensweg nicht gradlinig ist und geben ihnen entsprechend ihren Talenten Raum und Förderung, sich zu entfalten“, berichtete Lackner. Für einen Auszubildenden im Rollstuhl beispielsweise wurden die Einrichtungen behindertengerecht umgestaltet. „Wir wollen den Menschen Mut machen und zeigen, dass Inklusion gelingen kann“, ergänzte Wenk. Als Motivator nannte er seinen Sohn Paul Wenk, der das Down Syndrom hat.

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Bild_CNC_Fraesmaschine: An der CNC-Fräsmaschine erklären die Feinwerkmechaniker und Auszubildenden Kultusminister Grant Hendrik Tonne (3.v.l.), dem Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff (l.) und weiteren Gästen die Produktionsabläufe. Geschäftsführer Christoph Wenk (Mitte) und Ausbildungsleiter Andreas Lackner (2.v.l.) führen die Gruppe.

Bild_Portrait: Geschäftsführer Christoph Wenk (l.) und Ausbildungsleiter Andreas Lackner freuen sich über die Auszeichnung.

Bild_Preis: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (l.) übergibt die Auszeichnung an Geschäftsführer Christoph Wenk (r.).

Bild_Nordseeduese: Ein Mitarbeiter erklärt den Gästen mit Grant Hendrik Tonne (4.v.l.) und Johann Saathoff (l.) die Funktionsweise der „Sehenden Nordseedüse“, einem Kanalreinigungs-Gerät. Christoph Wenk führt die Gruppe (2.v.r.).

Bild_Teebeutelnaehmaschine: Auch die Teebeutelnähmaschine wurde den Gästen von einem Auszubildenden vorgeführt.

Fotos: HWK/W.Feldmann


Hintergrund:

Die Auszeichnung wird im Rahmen des Bündnisses für duale Ausbildung bereits zum fünften Mal durch das Niedersächsische Kultusministerium vergeben. Im Mittelpunkt steht die grundsätzliche Bedeutung der Ausbildung für die Gesellschaft. Die „Niedersächsische Auszeichnung für besonders verlässliche Ausbildung 2021" erfolgt in vier Kategorien: Handwerk, Industrie und Handel, Land- und Hauswirtschaft sowie Altenpflege.

www. buendnis-duale-berufsausbildung.de

Weitere Infos zur Preisverleihung hier