Präsident Albert Lienemann (r.) überreichte Bundessieger Tilko Janßen (vorne) seine Urkunde. Es gratulierten: Firmeninhaber Christoph Wenk (v.l.) und Ausbildungsleiter Andreas Lackner.
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Mit intensiver Vorbereitung zum Sieg

Präsident Albert Lienemann überreicht Feinwerkmechaniker und Bundessieger Tilko Janßen seine Ehrenurkunde.

Ostfriesland. Manch ein Beruf ist im wahrsten Sinne des Wortes eine feine Sache. Das gilt zum Beispiel, wenn man wie Tilko Janßen aus Norden als Feinwerkmechaniker arbeitet. Dass der junge Handwerker ein ganz besonderes Talent für seinen Beruf hat, beim dem es oft auf höchste Präzision ankommt, hat er vergangenes Jahr beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks bewiesen. Dort konnte er sich auf Kammer-, Landes- und sogar Bundesebene gegen die Konkurrenz durchsetzen und sich den 1. Platz in seinem Gewerk sichern. Ausgebildet wurde der Norder bei der cwTec Gesellschaft für Werkzeug- und Maschinenbau in Hage, der er auch nach seiner Ausbildung treu geblieben ist. Albert Lienemann, Präsident der Handwerkskammer für Ostfriesland, besuchte das Nachwuchstalent an seinem Arbeitsplatz und überreichte ihm seine Urkunde. „Sie haben auf bemerkenswerte Weise berufliche Spitzenklasse gezeigt. Der Beste von ganz Deutschland in seinem Handwerk zu sein, das verdient großen Respekt“, gratulierte Lienemann.

Die Entscheidung 2017 eine Ausbildung im Handwerk zu starten, ist Tilko Janßen nicht schwer gefallen. „Im Grunde war das schon immer in meinem Kopf präsent“. Auf Empfehlung von Freunden absolvierte er zunächst ein zweiwöchiges Schnupperpraktikum bei cwTec. „Schon während dieser Zeit waren wir von Tilkos Fähigkeiten und seinem Engagement total begeistert. Und so war für beide Seiten schnell klar: Das passt!“, erinnern sich Firmeninhaber Christoph Wenk und Ausbildungsleiter Andreas Lackner.

Und mit dem Beginn seiner Ausbildung nahm der 24-Jährige noch mal zusätzliches Tempo auf. Er stieg direkt ins zweite Lehrjahr ein, eignete sich innerhalb weniger Monate den Stoff aus dem ersten Jahr selbstständig an und krönte den Abschluss seiner Ausbildungszeit schließlich mit dem Bundessieg.

Diesen sicherte er sich auch dank einer intensiven Vorbereitung. Denn im finalen Wettkampf musste er der Wettbewerbsjury in einem simulierten Kundengespräch zu einem Bauteil sowie allgemeinen Fachfragen Rede und Antwort zu stehen. Das Ganze natürlich coronakonform per Videokonferenz. Zur Vorbereitung erhielt er lediglich eine Zeichnung des entsprechenden Bauteils. Tilko Janßen entschied sich dafür, dieses selbst anzufertigen. „Hinterher habe ich erfahren, dass ich der Einzige war, der das gemacht hat. Deswegen hatte ich am Ende wohl die Nase vorn“, sagt der Feinwerkmechaniker. Darüber hinaus hätten ihm auch seine Kollegen bei der Vorbereitung stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Das Unternehmen cwTec fertigt für die Windenergie, die Nahrungsmittelindustrie und auch den Consumer-Bereich hochwertige Anlagen und Produkte. 2021 feierte der Betrieb sein 30-jähriges Jubiläum und wurde außerdem vom Kultusministerium mit der „Niedersächsischen Auszeichnung für besonders verlässliche Ausbildung“ ausgezeichnet. Insgesamt in vier Sparten haben junge Menschen hier die Chance einen Beruf zu erlernen: Feinwerkmechaniker/-in (Fachrichtung Werkzeug, Maschinenbau oder Zerspanung), Elektroniker/-in (Fachrichtung Betriebstechnik), Kaufmann/-frau für Büromanagement und Technische/r Produktdesigner/in. Angefangen hat das Unternehmen 1991 mit einer Zwei-Mann-Belegschaft. Heute arbeiten dort etwa 80 Mitarbeitende inklusive sieben Auszubildenden. Vier weitere Schulabgänger werden voraussichtlich im August ihre Lehre starten.

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BU_Gruppe: Präsident Albert Lienemann (r.) überreichte Bundessieger Tilko Janßen (vorne) seine Urkunde. Es gratulierten: Firmeninhaber Christoph Wenk (v.l.) und Ausbildungsleiter Andreas Lackner.

BU_Janßen: Bundessieger Tilko Janßen an seinem Arbeitsplatz in der Werkhalle der Firma cwTec.

Fotos: HWK/J. Stöppel