Mittellange Haare sind bei den Männern angesagt. Obermeister Frank Grabowski (links) zeigt, wie es geht.©J.Stöppel

Es wird lang und lockig

Die ostfriesischen Friseurinnungen präsentierten die aktuelle Haarmode in der Bauhalle der Handwerkskammer.

Ostfriesland. Die Rückbesinnung zur Natur steht klar im Fokus der diesjährigen Haarmode. Dabei verabschieden sich die Modemacher vom perfekten Glamour-Look und wenden sich natürlichen und wilderen Strukturen zu. Es wird wieder lang und lockig, auch bei den Männern. Bei der Frisurenmodenschau der Friseurinnungen Aurich-Norden, Leer und Emden bewiesen die ostfriesischen Meister ihres Fachs, dass sie diese Trends voll beherrschen.

Die Veranstalter hatten hierzu erneut in die Bauhalle der Handwerkskammer für Ostfriesland in Aurich geladen. Das Konzept der Frisurenmodenschau wurde von den Akteuren ein wenig überarbeitet. So gab es nicht wie gewohnt eine große Bühne mit entsprechenden Stuhlreihen davor, sondern drei kleine. Diese wurden so in der Halle platziert, dass sie das Publikum einluden, den Friseuren beim Schneiden und Stylen ganz genau auf die Finger zu schauen. „Wir haben bewusst nur ein paar Stühle aufgestellt, weil wir mit dem Publikum interagieren möchten“, so Frank Grabowski, Obermeister der Friseurinnung Emden.

Das Fachpublikum verfolgte interessiert, wie ihre Handwerkskollegen die neuen Frisuren, die vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) vorgegeben werden, umsetzten. Heiner Heijen, Obermeister der Friseurinnung Leer und Imke Hennig, Vizepräsidentin der Handwerkskammer für Ostfriesland, führten dabei als Moderatoren durch die Veranstaltung und machten immer wieder auf kleine Details aufmerksam.

Im Damenfach zeigte Nadja Abels von der Schneiderei 23 in Emden, wie der Bowl Cut am besten zur Geltung kommt. Der Topfschnitt ist mehr als nur ein Haarschnitt. „Er kann je nach Lust und Laune rockig, elegant oder auch romantisch frisiert werden“, erklärte Moderatorin Imke Hennig. Auch der Bob kann sich in dieser Saison sehen lassen. Susanne Janssen vom Salon Hairfashion in Wiesmoor bewies, dass er, auf Kinnhöhe geschnitten, derzeit der „Fashionweek-Look schlechthin ist“, hieß es. Manuela Bunke von der Stylebar in Norden setzte hingegen die Mittellänge voll in Szene. „Bei keiner anderen Länge steht die Natürlichkeit so im Vordergrund“, so Moderator Heijen. Was die Frisur trotzdem so modern macht? Das dunkelblonde Rapunzelhaar wird mit einem Spotlight im Mittelteil besonders betont.

Dass längeres Haar auch bei den Männern Einzug hält, demonstrierten Obermeister Frank Grabowski, Nadja Abels und Kerstin Koenen (Salon Zacherl, Aurich). Hier ist der lange Pony wieder stark im Kommen und die Mittellänge ist beliebter denn je. „Die leicht in die Stirn gezupften Strähnen sorgen für eine gewisse Lässigkeit“, erläuterte Grabowski. Ein Gefühl von Sommer, Strand und Meer bringt der weizenblonde Surfer-Style mit. Dabei wird das schulterlange Haar rund ums Gesicht stark durchgestuft. „Ich freue mich, dass wir ein bisschen von den Maschinen wegkommen und wieder mehr Technik gefragt ist“, brachte Kerstin Koenen ihre Leidenschaft für das Friseurhandwerk auf den Punkt.

Abgerundet wurde das gut zweistündige Programm durch die neuen Kosmetiktrends. Lea Scharwies vom Salon Zacherl in Aurich sowie Wenke Börchers von Art Friseur Heijen in Weener präsentierten die neuen Beauty Looks „Natural Shimmer“ und „Orange Blossom“.

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Bild_FrankGrabowski: Mittellange Haare sind bei den Männern angesagt. Obermeister Frank Grabowski (links) zeigt, wie es geht.

Bild_KerstinKoenen: Anstatt mit Maschine darf beim „Swirl-Look“ mit Schere geschnitten werden. Kerstin Koenen führt die Technik vor.

Bild_ ManuelaBunke: Manuela Bunke (links) föhnt das mittellange Rapunzelhaar.

Bild_NadjaAbels: Nadja Abels (links) bringt den „Bowl Cut“ in Form.

Fotos: HWK/J. Stöppel