Lothar Freese, Obermeister der Innung des Kfz-Handwerks für Ostfriesland.
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Das Kfz-Gewerbe im Wandel

Die Elektromobilität und alternative Kraftstoffe stellt die Kraftfahrzeugbranche vor Herausforderungen. Obermeister Lothar Freese gibt einen Ausblick zum Jahreswechsel.

Ostfriesland. Rückblickend auf das Jahr 2019 bewertet Lothar Freese (Aurich), Obermeister der Innung des Kfz-Handwerks für Ostfriesland, die Lage im Kfz-Gewerbe und wirft auch als Vorstandsmitglied des Landesinnungsverbandes Niedersachsen des Kfz-Techniker-Handwerks einen Ausblick auf die mobile Fahrzeugwende. Demnach ist die Elektromobilität vorherrschendes Thema. Hersteller und Importeure kündigen zahlreiche E-Fahrzeuge für 2020 an. Die Ladeinfrastruktur soll weiter ausgebaut werden. Zwar liegt der Bestand von Hybridfahrzeugen und batteriebetriebenen Pkw in Deutschland noch deutlich unter einer Million Stück. Doch diese Zahl wird in den kommenden Jahren sicher steigen, heißt es in einer Mitteilung des Landesinnungsverbandes.

„Die Autohäuser und Werkstätten stehen vor einem Wandel. Sie investieren viele Millionen Euro in die Betriebsinfrastruktur, zum Beispiel in Ladesäulen, und in die Weiterbildung der Beschäftigten“, berichtet Freese und weiter: „Es wird spannend sein, zu sehen, wie das steigende Angebot von E-Fahrzeugen von den Autofahrern angenommen wird.“ Hohe Förderprämien sollten seiner Meinung nach aber nicht nur als Anreiz für die Kunden ausgelobt werden: „Viele unserer Betriebe werden auch öffentlich zugängliche Ladesäulen errichten. Da ist es nur recht und billig, auch diese beträchtlichen Investitionen zum Nutzen der Allgemeinheit zu fördern.“

Die Elektromobilität sei aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. „Wir brauchen eine technologieoffene Herangehensweise, um Lösungen für die individuelle Mobilität der Zukunft zu finden“, erläutert Freese. Wo etwa lange Strecken oder schwere Lasten zu bewältigen seien, müssten Alternativen her, wie zum Beispiel klimaneutral hergestellte synthetische Kraftstoffe. „Um diese wettbewerbsfähig zu machen, bedarf es der intensiven Förderung, wie dies bereits bei der E-Mobilität geschieht“, sagt der Obermeister.

Darüber hinaus sei der mittels Wasserstoff und Brennstoffzelle angetriebene Elektromotor hinsichtlich Gewicht, Reichweite und Betankungsdauer die technologisch überlegene Lösung.
Die Bilanz für das zu Ende gehende Autojahr 2019 fällt aus Sicht des Kraftfahrzeuggewerbes unterschiedlich aus. Zuwächse bei den Neuzulassungen stehen stagnierenden Verkaufszahlen im Gebrauchtwagenmarkt und einer bundesweit gesunkenen Auslastungsquote in den Werkstätten gegenüber.

Wie sich das Autojahr 2020 entwickeln werde, sei schwierig vorauszusehen. „Meiner Ansicht nach werden wir regionale Unterschiede etwa beim Absatz von E-Fahrzeugen haben“, ist sich Freese sicher. In Regionen, wo Fahrverbote drohen, sei ein Hybrid- oder E-Fahrzeug die mögliche Alternative. Doch auch der Diesel zeige mit den modernen Euro 6d-Temp-Motoren, dass seine Zeit noch längst nicht vorbei sei. „Die ab dem Jahr 2020 verschärften CO2-Grenzwerte sind ohne sparsame Diesel-Motoren kaum zu erreichen“, betont der Obermeister.

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Kontakt:
Lothar Freese
Obermeister der Innung des Kfz-Handwerks für Ostfriesland
Vorstandsmitglied des Landesinnungsverbandes Niedersachsen des Kfz-Techniker-Handwerks

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