In der Tischlerei erfuhren die Frauen, wie die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung der Auszubildenden abläuft. ©HWK

Tagesgeschäft mit DSGVO in Einklang bringen

Handwerkerinnen befassen sich mit der Datenschutzgrundverordnung. Betriebsberaterin Karin Schröder von der Handwerkskammer räumt Unsicherheiten aus dem Weg.

Ostfriesland. In den Gesichtern der Frauenrunde waren anfangs einige Fragezeichen abzulesen. Verständlich bei dem doch etwas trockenen Thema, welches die Handwerkskammer für Ostfriesland während ihres Handwerkerinnenfrühstücks in Aurich behandelte. Gerne hätten die Chefinnen und Meisterinnen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nach einigen Aussagen zum Unwort des Jahres gekürt. Nichtsdestotrotz müssen sich auch Unternehmen, unabhängig von Größe, Umsatz oder Beschäftigungszahl, mit der neuen Gesetzeslage, die seit Mai 2018 in Kraft getreten ist, befassen. 

Um etwas Klarheit in die Regelung zu bringen, stellte Karina Schröder, behördliche Datenschutzbeauftragte der Handwerkskammer, die neue Verordnung anhand eines „10 Punkte Fahrplans für kleine Handwerksbetriebe“ vor. „In der DSGVO gibt es noch viele Unsicherheiten“, erklärte sie. Grundsätzlich müssen Unternehmen dokumentieren, welche Daten in welcher Form und wem inner- und außerhalb des Betriebes zugänglich gemacht werden. Das ist leichter gesagt als getan. Laut Karina Schröder ist es am wichtigsten, die Kunden über die Datenverarbeitung zu informieren und dies im Falle einer Prüfung nachzuweisen. „Es gibt dabei keine Masterlösung“, sagte die Betriebsberaterin. Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Niedersachsen prüfe derzeit bei ausgewählten Unternehmen die Einhaltung der DSGVO. Dabei wolle die Aufsichtsbehörde vorrangig sensibilisieren und den aktuellen Stand abfragen. „Bußgelder drohen derzeit noch nicht“, beruhigte die Referentin.

Die Betriebe sollten bereits bei der Angebotserstellung ein entsprechendes Informationsblatt verschicken und dies in einer Liste vermerken. „Die Auskunft mit der Rechnung herauszugeben, ist viel zu spät“, riet Karina Schröder weiter. Gleichzeitig ging sie auf den Umgang mit Fotos, E-Mails, Whatsapp und anderen Internetplattformen ein, stellte den Frauen entsprechende Formblätter zur Verfügung und bot ihre kostenfreie Beratungsleistung in Einzelgesprächen an. Das traf auf großen Anklang: „Jetzt weiß ich zumindest, wie ich in Zukunft vorgehen kann“, resümierte Ingrid Hilbrands, Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk Leer.

Interessierte finden nähere Informationen zur Datenschutzgrundverordnung auf der Webseite der Handwerkskammer www.hwk-aurich.de/betriebsfuhrung/datenschutz. Karina Schröder ist unter der Telefonnummer 04941 1797-25 oder per E-Mail k.schroeder@hwk-aurich.de zu erreichen.

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