Die Baubetriebe haben deutlich mehr Maurer eingestellt als im Vorjahr. ©HWK

Nachwuchs ist im Handwerk heiß begehrt

Stabile Entwicklung bei neu abgeschlossenen Lehrverträgen.

Ostfriesland. Zum Start ins Ausbildungsjahr 2018 zeigt sich die Lage im ostfriesischen Handwerk solide. Der Vorjahreswert wurde nur um wenige Stellen unterschritten. „Damit liegen wir im Vergleich zum Bundesdurchschnitt voll im Trend“, berichtet Jörg Frerichs, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Ostfriesland. Aktuell registriert die Handwerkskammer 1.128 neue Lehrverträge für das Ausbildungsjahr 2018 (Stand 30. September). Das sind mit einem Minus von 68 Stellen 5,68 Prozent weniger als Ende September 2017 (1.196). 

Bei den besonders ausbildungsstarken Berufen verzeichnen die Kraftfahrzeugmechatroniker mit 159 Lehrstellen ein Minus von 8,1 Prozent (2017: 173 Ausbildungsplätze). Die Maurer warten mit 98 Lehrstellen mit einem deutlichen Plus von 38 Prozent auf (2017: 71). Die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik verlieren mit 88 Plätzen rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2017: 98), ebenso wie die 75 Elektroniker mit einem Minus von 24 Prozent (2017: 99). Dahingegen gewinnen die 70 Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei) mit drei Prozent zwei Lehrstellen hinzu (2017: 68). Die Metallbauer registrieren mit 68 Lehrstellen ein Minus von 20 Prozent (2017: 85). Die Tischler satteln mit 66 Lehrstellen drei Prozent auf (2017: 64). Bei den Malern sinkt die Zahl der Ausbildungsstarter um eine Stelle auf 56 Lehrlinge (2017: 57). 

„Diese Zahlen decken den Bedarf an Nachwuchs im Handwerk bei weitem nicht ab“, resümiert Frerichs. Viele Stellen bleiben trotz hoher Ausbildungsbereitschaft der Betriebe unbesetzt. Als Grund nennt er die sinkenden Schulabgängerzahlen. Auch der Zulauf aus dem Ausland könne diesem Anspruch nicht gerecht werden. So haben insgesamt 73 geflüchtete Menschen eine handwerkliche Ausbildung aufgenommen. Das sind 33 mehr als im Vorjahr (40 Flüchtlinge). Die meisten davon stammen aus Syrien (19), Afghanistan (17), Eritrea (8) und von der Elfenbeinküste (7). Zu den Herkunftsstaaten zählen außerdem der Irak und der Libanon (jeweils 4), der Sudan und Gambia (jeweils 3), der Iran, Marokko und Simbabwe (jeweils 2) sowie Albanien und Äthiopien (jeweils 1).

„Dabei waren die Perspektiven noch nie so gut, über die duale Erstausbildung eine berufliche Karriere als Fach- und Führungskraft einzuschlagen", sagt Frerichs zur angespannten Situation. Während nach einem Studium häufig Praktika und befristete Arbeitsverhältnisse auf die Absolventen warteten, seien Handwerker auch aufgrund der guten Auftragslage heiß begehrt, so Frerichs weiter.

Trotz alledem ist immer noch sehr viel Bewegung im Ausbildungsmarkt. Ganz spät Entschlossene können Glück haben und kurzfristig einen Platz für 2018 bekommen. Etliche engagierte Betriebe suchen noch weiter. In der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer auf www.hwk-aurich.de/ausbildung sind noch freie Lehrstellen für 2018 gemeldet.

Bei Fragen zu einer Karriere im Handwerk hilft Ausbildungsberater Dieter Friedrichs unter der Telefonnummer 04941 1797-58 weiter.

2984 Zeichen