Zwei Bewilligungsbescheide händigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (2.v.l.) mit dem Landtagsabgeordneten Wiard Siebels (r.) an Präsident Albert Lienemann (2.v.r.) und Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga (l.) aus. ©HWK

Kultusminister unterstützt Handwerk

Land Niedersachsen investiert 451.000 Euro in das Berufsbildungszentrum in Aurich.

Ostfriesland. Wenige Tage vor Weihnachten hat der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne ein Geschenk für das ostfriesische Handwerk ausgehändigt. Während eines Besuchs im Berufsbildungszentrum (BBZ) in der Handwerkskammer für Ostfriesland überreichte Tonne gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landtagsabgeordneten Wiard Siebels einen Zuwendungsbescheid zur Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, kurz ÜLU, in Höhe von insgesamt 351.000 Euro an Präsident Albert Lienemann und weitere Vertreter der Führungsspitze. Gleichzeitig händigte er einen Ausstattungsbescheid in Höhe von 100.000 Euro für die Modernisierung der Schweißwerkstatt aus.

„Viele Länder beneiden uns um unsere duale Berufsausbildung. Es ist etwas sehr Wertvolles, was wir nach Kräften fördern und stärken“, erklärte Kultusminister Tonne im Gespräch. Mit der Förderung wolle das Ministerium die gleichbleibende Ausbildungsqualität gewährleisten, die das Zusammenspiel der Lernorte Berufsschule, Ausbildungsbetriebe und Berufsbildungsstätten erst ermöglichten. „Hier im Berufsbildungszentrum erhalten die angehenden Auszubildenden ihren Feinschliff“, bekräftigte der Minister. „Wir tun alles, damit unsere Nachwuchskräfte optimale Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung vor Ort vorfinden“, berichtete Kammerpräsident Lienemann von dem Kraftakt, die Berufsausbildung auf einen praktisch und technisch gleichbleibendem Niveau zu halten. Ohne die Unterstützung durch den Bund und das Land Niedersachsen sei dies jedoch nicht möglich, bedankte er sich bei Minister Grant Hendrik Tonne.

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ist eine Erweiterung der dualen Ausbildung. Vor allem Azubis aus kleinen, spezialisierten Unternehmen haben dadurch die Chance, ebenso in allen Bereichen geschult zu werden wie Lehrlinge aus größeren Firmen. „Wir sehen uns als verlängerte Werkbank für die Betriebe. Auszubildende üben bei uns Tätigkeiten aus, für die im Berufsalltag die Zeit fehlt“, berichtete Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga, während eines Rundganges durch die Kfz-Hallen und die Schweißwerkstatt. Daran nahmen auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs und der stellvertretende BBZ-Leiter Johannes Best teil.

Die finanzielle Unterstützung fließt in alle Lehrgänge der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, an denen Auszubildende in Ostfriesland teilnehmen. Die Zuwendungssumme wird zur Hälfte aus Landesmitteln und zur Hälfte aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds gewährt. Die Förderung für die Ausstattung der Schweißwerkstatt erfolgt zu 60 Prozent aus Bundesmitteln, 20 Prozent kommen vom Land, den Rest trägt das BBZ. Die Gelder werden nach Angaben Kromminga überwiegend in den digitalen Ausbau der Schweißwerkstatt investiert.

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