In der Tischlerei zeigte Felix Kläsener (r.) seine Besteckkästen. Jörg Frerichs (2.v.l.) gratulierte Gerhard Pohl (l.) und seinem Azubi zur Ausbildungsleistung. © HWK

Spezialist für Details

Felix Kläsener ist Lehrling des Monats der Handwerkskammer. Er lernt bei Küchen Pohl in Rhauderfehn.

Ostfriesland. „Das Handwerk scheint mir in den Genen zu liegen“, beantwortet Felix Kläsener die Frage, warum ihm die Arbeit mit Holz so gut liege. Sein Großvater wäre Schreiner gewesen und habe mit ihm in seiner Jugend allerlei Dinge gebaut. Bis er seine Berufung im Tischlerhandwerk fand, musste der 23-Jährige einige Umwege gehen. In der Berufsfachschule Metalltechnik und in einer Ausbildung zum Lagerfacharbeiter probierte sich der Rhauderfehntjer aus. Aber so richtig war das nichts für ihn.

„Auch Fehlversuche sind wichtig, um aus ihnen zu lernen. Ohne Ausprobieren steckt man am Ende in einem Job fest, der einem nicht liegt“, kommentiert Jörg Frerichs den Werdegang. Der stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Ostfriesland hat den jungen Handwerker in seinem Lehrbetrieb Küchen Pohl in Rhauderfehn besucht und zum Lehrling des Monats ausgezeichnet. Seine guten Leistungen spiegeln sich in den Zeugnissen wider. Was aber viel wichtiger ist, sein Chef ist mit ihm vollauf zufrieden. „Er setzt alle Aufgaben selbstständig und gekonnt um“, berichtet Betriebsinhaber Gerhard Pohl, der den angehenden Gesellen im dritten Lehrjahr übernehmen möchte. „Ich mag gerne mit Massivholz arbeiten“, erzählt Kläsener. Die feineren Arbeiten sind das Steckenpferd des Azubis. So baut er am liebsten Besteckeinteilungen für Schubfächer. Geduld und Präzision seien dabei gefragt. Aber er dürfe auch bei der Planung bis hin zum Aufbau der hochwertigen Küchen mitarbeiten. Ein Highlight seiner Lehre: Der Bau einer kleinen Kinderküche. Ein Stammkunde hätte diese eine Woche vor Weihnachten in Auftrag gegeben. Felix Kläsener zauberte in der Kürze der Zeit ein kleines Schmuckstück. „Ein Preisschild an die detailreiche Ausarbeitung zu hängen, war sehr schwierig“, lobt der Tischlermeister.

Vom alteingesessenen Familienbetrieb hat sich das einstige Möbelhaus auf Küchen im gehobenen Marktsegment spezialisiert. „Wir verkaufen an Zweiteinrichter, die mehr als das Produkt von der Stange wollen“, verdeutlicht Pohl. Neben dem Möbelbau für Privatkunden, Arztpraxen, Büros oder Kanzleien werden Badeinrichtungen und individuell designte Küchen aus eigener Meisterwerkstatt in einem Umkreis von rund 100 Kilometern ausgeliefert. Kunden kommen auch aus Holland oder Berlin. „Gute Qualität spricht sich eben rum“, schwärmt Pohl von den massiven Granitplatten, durchgängigen Linien, breiten Arbeitsplatten, in Wände eingelassenen Kühlschränken und hochklassigen Elektrogeräten. Am Ende sei es aber der Service, mit dem die 13 Mitarbeiter überzeugten. „Bei uns kommt alles aus einer Hand, vom Möbelbau bis zur Absprache mit den Handwerkern vor Ort“, erklärt der 65-Jährige, der sein Lebenswerk in sicheren Händen weiß.

Die dritte und vierte Generation steht bereits in den Startlöchern. Sein Schwiegersohn, Wirtschaftsingenieur Frank Stratmann, ist vor einigen Jahren in die Geschäftsführung eingestiegen. Auch zwei seiner vier Söhne wollen in die Fußstapfen treten. Sie studieren im dualen Studium im Betrieb und an der Möbelhochschule in Köln.

Mit der Aktion Lehrling des Monats weist die Handwerkskammer auf die Perspektiven einer Ausbildung im Handwerk hin. Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.hwk-aurich.de oder Telefon 04941 1797-58; Ansprechpartner ist Dieter Friedrichs.

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