Meisterausbildung bald kostenlos?

Angehende Handwerksmeister sollen von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren befreit werden.

Präsident Albert Lienemann © HWK

Ostfriesland. Das war ein Bohren dicker Bretter! Seit Jahren setzt sich das Handwerk für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Ausbildung ein. Diesem Ziel ist man nach dem Beschluss des Niedersächsischen Landtages in der letzten Sitzung einen Schritt näher gekommen. Das Parlament beschloss einstimmig, Meister, Techniker, Fachwirte und Berufspädagogen künftig von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren zu befreien. Einen entsprechenden Antrag hatten die Freien Demokraten gestellt und er wurde von allen Fraktionen befürwortet.

Der Präsident der Handwerkskammer für Ostfriesland, Albert Lienemann (Holtrop) zeigte sich darüber hocherfreut: „Unsere Lobby-Arbeit für das Handwerk hat sich sprichwörtlich ausgezahlt“. Seit Jahren arbeite die Handwerksorganisation auf allen Ebenen dafür, dass die berufliche Bildung der akademischen gleichgestellt wird. "Es kann nicht sein, dass in Zeiten des Fachkräftemangels das Studium kostenfrei ist, während unser Berufsnachwuchs dafür bezahlen muss“, so Lienemann weiter. Dabei geht es um Kosten, die je nach Gewerk bei 10.000 Euro liegen können.

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sprach von einem wichtigen Signal. „Wir erhöhen damit nicht nur die Attraktivität der Meisterausbildung, sondern stärken insgesamt das System der dualen Berufsbildung im Handwerk“. Am 15. September trifft sich der Minister mit den Präsidenten und Hauptgeschäftsführern der  niedersächsischen Handwerkskammern, um die Umsetzung des Landtagsbeschlusses zu besprechen.