Sie stellten die neue Aufkleberaktion vor (von links): von der Schornsteinfeger-Innung Ostfriesland Friedrich Lüpkes (Leer), Matthias Specht (Uplengen), Thomas Huhne (Friedeburg, 5.v.l.) sowie von den Heizungsbauerinnungen Ralf Janssen (Wittmund), Helmut Schoon (Aurich-Norden), Jakob Jürrens (Leer) und Edzard Wagner (Emden). © HWK

Heizungskessel auf dem Prüfstand

Schornsteinfeger und Heizungsbauer bringen die Energiewende in die Keller. Ein Etikett gibt Auskunft über den Energieverbrauch der Heizanlage.

Ostfriesland. Ein kleiner Aufkleber mit großem Effekt – den erhoffen sich zumindest die Schornsteinfeger-Innung und Heizungsbauer-Innungen Ostfrieslands. In einer einmaligen Kooperation haben die Handwerker zum Jahresstart die Kampagne „Ostfriesland macht`s effizient“ ins Leben gerufen. Sie ist angelehnt an eine ähnliche deutschlandweite Werbeoffensive. „Wir haben die Idee aufgegriffen, um in unserer Region die Energiewende in den Haushalten voranzubringen“, erklärte Friedrich Lüpkes, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung für Ostfriesland in einem Pressegespräch.

Als Auftakt zum Projekt nutzen die Handwerker eine Klassifizierungsaktion. Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sind ab 2017 verpflichtet, ältere Öl- und Gasheizkessel mit einem Energieeffizienzlabel zu bekleben. Das kleine Etikett soll dem Verbraucher Auskunft geben, wie effektiv die Heizungsanlage ist. „Der bunte Sticker ist bereits von Waschmaschinen und Kühlschränken bekannt“, erklärte Matthias Specht, stellv. Schornsteinfegerobermeister. Das Heizungslabel zeige neben einer Farbskala die Effizienzklasse im Bereich von „A++“ bis „E“ an. Der angegebene Wert erlaubt Rückschlüsse auf die Wärmeverluste und damit auf den Energieverbrauch der Heizung. „A++“ zeigt die höchstmögliche Effizienz auf. „Wir wollen damit Eigentümer motivieren, ihren veralteten Heizkessel gegen einen sparsameren auszutauschen“, sagte Lüpkes. Viele wüssten nicht, wie uneffektiv ihre Anlage arbeite und wie viel Geld mit einer neuen Heizungsanlage einzusparen sei.

Bei regulären Feuerstättenschauen, die alle drei bis vier Jahre stattfinden, werden die Geräte beklebt, erläuterte Lüpkes weiter. Im ersten Schritt sind Öl- und Gasheizkessel mit Baujahr bis Dezember 1994 an der Reihe. Es folgen schrittweise die Baujahre bis Dezember 2008 und danach alle Kessel, die mindestens 15 Jahre alt sind. „Ein Austausch steht in den nächsten Jahren bei 100 000 Heizkessel in Ostfriesland an“, schätzt Jakob Jürrens, Obermeister der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Leer, die Lage ein.

Wenn ein Gasheizkessel der Klasse „D“ gegen ein Gerät der Klasse „A“ ausgetauscht wird, rechnet das Bundeswirtschaftsministerium, dass ein Haushalt ungefähr 400 Euro im Jahr bei der Heizkostenabrechnung sparen kann. Für Lüpkes ist diese Aussage zu pauschal: „Da kann viel mehr Geld drinstecken.“ Abhängig sei diese von einer ganzheitlichen Betrachtung des Hauses und der Heizungsanlage. Aus diesem Grund bieten die Schornsteinfeger und Heizungsbauer Energieberatungen sowie kostenfreie Heizungschecks an. Auch informieren sie über Fördermöglichkeiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Ein Flyer, der mit dem Aufkleber verteilt wird, weist auf die Webseite www.ostfriesland-machts-effizient.de hin. Dort können die Verbraucher ihre Ansprechpartner vor Ort sowie weiterführende Informationen finden.

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