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Freese: Fahrverbot ist keine Lösung

Obermeisters der Kfz-Innung für Ostfriesland bezieht Stellung zur Dieselproblematik.

"Es ist an der Zeit, dass die Diskussionen und übertriebenen Darstellungen ins richtige Licht gerückt werden", sagt Lothar Freese, Obermeister der Innung für das Kraftfahrzeughandwerk in Ostfriesland zur Dieselproblematik. Es sei selbstverständlich nicht zu entschuldigen, dass die Autohersteller mit Manipulationen an der Abgasaufbereitung gearbeitet wurde. Man sollte aber nicht vergessen, dass uns in vielen Bereichen des täglichen Lebens erheblich größere Umweltverschmutzer, wie die heutigen Dieselfahrzeuge, begegnen, so Freese weiter. So sei beispielsweise in der Silvesternacht 2016 sind etwa 15 Prozent der jährlichen Feinstaubemission des gesamten Straßenverkehr in die Luft gejagt worden.

Es mache trotzdem Sinn, sich beim Neufahrzeug für einen Diesel zu entscheiden, betonte der Obermeister. Moderne Euro 6-Kraftfahrzeuge mit Dieselmotor entsprächen der strengsten Abgasnorm, seien sparsam und effizient und trügen zur weiteren Verminderung von Feinstaub- und Stickoxid Emissionen bei. Bei einigen Schadstoff Emissionen sei der Diesel gut oder besser als der Ottomotor. 

Den Straßenverkehr allein für die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden verantwortlich zu machen sei unredlich, so der Obermeister, für rund 200 ostfriesische Betriebe des Kraftfahrzeughandwerks spricht. So trügen Industrie und Landwirtschaft zusammen die Verantwortung für rund 65 Prozent des Feinstaubausstoßes, der Straßenverkehr lediglich zu rund 14 Prozent. Auch die Nachrüstung älterer Fahrzeuge sei im Prinzip möglich. Erste Tests mit Nachrüst-Lösungen zeigten, dass es funktioniere. "Das Kfz-Gewerbe steht bereit, Nachrüstlösungen umzusetzen", sagt Lothar Freese.

Auch die kommunale Verkehrspolitik sei im Hinblick auf Maßnahmen zur Luftreinhaltung gefordert. Grüne Welle und ein gleichmäßiger Verkehrsfluss würden eine Reduktion der Stickoxidemissionen um fast ein Drittel bringen, ist der Fachmann überzeugt und stützt sich dabei auf entsprechende Untersuchungen. Darüber hinaus sollten Anreize geschaffen werden, Busse des öffentlichen Personennahverkehrs, Taxis, städtische Fuhrparks sowie Zustell- und Kurierfahrzeuge auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. Derartige Maßnahmen zu fördern sei sinnvoller, als mit einer undifferenzierten Verbotsregelung Millionen von Fahrzeugbesitzern faktisch zu enteignen.

Fahrverbote hält der Obermeister für keine Lösung. Viele Arbeitnehmer seien gerade in Ostfriesland auf ihr Auto angewiesen. Gefordert sei eine Politik mit Augenmaß, die neben berechtigten Umweltanliegen auch die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger berücksichtigen.

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