Der Vorstand der Unternehmerfrauen im Handwerk vom Arbeitskreis Leer (v.l.): Wilma Sobing, Margret Schröder, Antje Lay, Gisela Kleimaker, Marika de Vries, Annegret Thieme, Nicole Dahlmann und Ingrid Hilbrands. Es fehlt Christa Nannen ©UFH/Bodo Wolters

Frauen in Führungspositionen stärken

Unternehmerfrauen im Handwerk Leer bestehen seit 25 Jahren.

Ostfriesland. „Das Handwerk kann auf das Potenzial der Frauen nicht verzichten.“ Eine klare Botschaft, die der Arbeitskreis der Unternehmerfrauen im Handwerk Leer (UFH) vertritt. In diesem Jahr begeht die erste Vorsitzende Ingrid Hilbrands vom gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetrieb in Leer mit den 39 Mitgliedern das 25-jährige Vereinsbestehen. Am 5. November 1992 unterschrieben die Gründungsmitglieder mit der damaligen Vorsitzenden Helga Ruperti (Leer) die Satzung. Ihr Ziel: Frauen im Handwerk zu fördern, ihre Führungsrolle zu stärken und weibliche Nachwuchskräfte für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern.

Der Verband hat sich bis heute bewehrt und zählt als Mitglied einer bundesweiten Organisation zu einem der ersten Netzwerke für Frauen in Führungsverantwortung. „Wir lernen Dinge voneinander, die wir in Lehrbüchern nicht lesen können“, sind sich Ingrid Hilbrands und Kassenwartin Gisela Kleimaker (Leer) einig. Für sie steht fest: „Die Bedeutung der Frau im Handwerk ist gestiegen.“ So sind 40 Prozent der Beschäftigten und knapp ein Drittel aller Auszubildenden im ostfriesischen Handwerk weiblich. Rund 600 Betriebsgründungen wurden in den letzten fünf Jahren von Frauen vorgenommen. 1375 Unternehmen der Handwerksrolle sind in femininer Hand.

Viele der weiblichen Führungskräfte befänden sich in ähnlichen Lebenssituationen. Neben dem Betrieb brauche die Familie Zeit und Kraft. Für sie bietet der Arbeitskreis die passende Kommunikationsplattform. Der Verband bietet engagierten und bildungswilligen Frauen aus allen Branchen des Handwerks ein Netzwerk, in dem sie ihre praktischen Erfahrungen im Betrieb mit Gleichgesinnten besprechen, ihren Weiterbildungsbedarf bestimmen und sich auf Augenhöhe austauschen. Dabei bilden sie eine bunte Mischung aus Frauen von Handwerksbetrieben – seien es Familienangehörige, die als Ehefrauen, Partnerinnen, Schwestern oder Töchter nicht selten Führungsaufgaben leisten. Aber auch Gesellinnen oder Frauen, die selbst Meisterinnen sind, sind willkommen.

Den Mitgliedern ist es besonders wichtig, dass die in der Geschäftsführung eingebundenen weiblichen Fachkräfte wahrgenommen werden und „im Gegensatz zu früher, auch angemessene Arbeitsverträge unterschrieben haben“, betont Hilbrands.

Das Programm sieht einmal monatlich Treffen vor. Seminare oder betriebswirtschaftliche Fachvorträge werden ebenso angeboten, wie Vorträge zu frauenspezifischen Themen. So bildeten sich die Unternehmerinnen zu Bürokaufleuten fort, besuchten kürzlich die Backstube der Bäckerei Ripken in Apen, erhielten von einem Pfarrer einen Einblick in den Islam und befassten sich in einem Vortrag mit dem Thema Arbeitssicherheit. Zum Jubiläum planen die Frauen im November einen Ausflug nach Bremen zum Theaterschiff mit Übernachtung.

Alle Frauen, die sich dem Handwerk verbunden fühlen, sind eingeladen, bei den Treffen hinein zu schnuppern. Ansprechpartnerin ist Ingrid Hilbrands, erreichbar unter Tel. 0491 979 119 -0 oder E-Mail ingridhilbrands@web.de. Das aktuelle Programm gibt es unter www.hwk-aurich.de.

Zum Vorstand gehören: 1. Vorsitzende Ingrid Hilbrands (Leer), 2. Vorsitzende Marika de Vries (Uplengen), Schriftführerin Nicole Dahlmann (Hesel), Kassenwartin Gisela Kleimaker (Leer) und die Beisitzerinnen Christa Nannen (Nortmoor), Annegret Thieme (Hesel), Margret Schröder (Hesel), Wilma Sobing (Leer) sowie Antje Lay (Moormerland).

Zu den Gründungsmitglieder gehören: Helga Ruperti (Leer), Annegret Thieme (Hesel), Marina Schröder (Leer), Magret Schröder (Hesel), Tea Naatje (Moormerland), Astrid Sandersfeld (Leer), Gesa Gronewold (Leer).

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