Freuen sich über das sehr gute Ergebnis: (von links) Albert Lienemann, Mareke Best, Usula Günster-Schöning, Karina Schröder, Peter-Ulrich Kromminga ©HWK

Familienfreundlichkeit ist eine Haltung

Bertelsmann Stiftung zeichnet Handwerkskammer für Ostfriesland erneut mit Qualitätssiegel aus.

Ostfriesland. Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, wirkt manchmal wie ein Drahtseilakt. Kindererziehung, die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen und die Karriere auszubalancieren ist nicht immer leicht. Für die Wirtschaft wird dieses Thema vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zukünftig eine immer größere Rolle spielen. Die Bertelsmann Stiftung hat sich dieses Themas bereits angenommen. 

Die Stiftung vergibt seit 2011 das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ für kleine und mittelständische Unternehmen, zeigt dabei Perspektiven und Verbesserungsmöglichkeiten auf. In einer kleinen Feierstunde wurde nun die Handwerkskammer für Ostfriesland erneut ausgezeichnet. Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga zeigte sich sehr erfreut: „Wir wollen als Vorbild für unsere rund 5200 Mitgliedsbetriebe vorangehen. Denn dieses Siegel erwirbt man sich nicht, dafür muss man ordentlich was leisten.“ Und die Handwerkskammer hat etwas geleistet. Ursula Günster-Schöning, Prüferin und Prozessbegleiterin der Bertelsmann Stiftung, verdeutlichte bei ihrem Besuch in der Handwerkskammer, dass das sehr gute Ergebnis der vorherigen Zertifizierung übertroffen wurde. „Schöne Leistung. Weiter machen“, brachte Präsident Albert Lienemann seine Freude zum Ausdruck.

Kromminga dankte Mitarbeiterin Karina Schröder zu dem sehr guten Ergebnis. Sie hat die Zertifizierung betreut und nimmt in der Handwerksorganisation die Funktionen als Qualitätsmanagement- und Gesundheitsmanagementbeauftragte wahr.

Viele Elemente der Vereinbarkeit von Familie und Beruf finden sich in dem bereits vor zehn Jahren eingerichteten Qualitätsmanagementsystem (QM) wieder, welches nach der Norm DIN EN ISO 9001:2015 ausgerichtet ist. Jährlich wird es während eines Überwachungsaudits durch die ZDH-Zert GmbH (Bonn) überprüft. Alle drei Jahre muss sich die Handwerkskammer das Zertifikat in einer umfangreichen Re-Zertifizierung erneut verdienen. Auch das 2011 eingerichtete Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) fördert das Betriebsklima und trägt zu einer gesunden Mitarbeiterstruktur bei.

„Oft kommt es vor, dass eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik in vielen Handwerksbetrieben als selbstverständlich hingenommen wird“, erklärte Günster-Schöning. Die Stiftung will mit der Auszeichnung Unternehmen helfen, diese Leistung sichtbar zu machen, um sich im Wettbewerb um Fachkräfte zu behaupten. „Ich habe die Handwerkskammer als authentischen Arbeitgeber angetroffen. Die Familienfreundlichkeit ist eine gelebte Haltung“, sagte Günster-Schöning. Hierzu gehört ebenso die vorausschauende Personalplanung und -entwicklung wie auch die Entlastung, Unterstützung und Gesunderhaltung der Mitarbeiter. Flexible Arbeitszeiten, Kindernotfallbetreuung oder Wiedereingliederungsmaßnahmen bei Langzeiterkrankungen sind nur einige Instrumente, die hier mit einfließen. 

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