Rico Mecklenburg ist der sechste Nachkriegspräsident der Ostfriesischen Landschaft. Während seines Berufslebens wirkte er als Schulleiter in Emden. ©Reinhard Former/Ostfriesische Landschaft

"Einigkeit macht Ostfriesland stark"

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg als Gastredner auf der Vollversammlung.

Aurich. „Ostfriesland steht für die Begriffe: erfolgreich, innovativ und selbstbewusst. Das hat kürzlich sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Aurich betont“, stellte Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, auf der Vollversammlung der Handwerkskammer für Ostfriesland fest. Mecklenburg sprach vor dem Parlament des Handwerks über Zusammenhalt und Zusammenarbeit in Ostfriesland.

Früher hätten sich die Häuptlinge gegenseitig bekämpft, heute würden die Streitigkeiten weniger handgreiflich ausgetragen, sagte der Landschaftspräsident. Aber es gäbe bei manchen Fragen auch heutzutage unterschiedliche Ansichten. Als Beispiel von öffentlich über die Presse ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten oder juristischen Aktionen nannte Mecklenburg das Thema Zentralklinikum. Hier seien die kommunalen Ressentiments mitunter stärker ausgeprägt gewesen, als der Wille zum gemeinsamen Handeln. Auch beim Thema Berufsakademie Ostfriesland (BAO) seien kontroverse Standpunkte vertreten worden.

Aber es gäbe auch positive Beispiele guter Zusammenarbeit in ganz Ostfriesland. Mecklenburg nannte den erfolgreichen Vorstoß in Sachen Autobahn 31, das effektive Miteinander in der Ems-Dollart-Region und der Ems-Achse als ergänzende Arbeit der Wirtschaftskammern, die florierende Ostfriesland Touristik GmbH, die bundesweit Modellcharakter habe oder das Eintreten für den Neubau der zerstörten Friesenbrücke bei Weener. „In Hannover fürchtet man unsere Geschlossenheit, denn es heißt dort: was die Ostfriesen gemeinsam wollen, setzen sie auch durch“, sagte Mecklenburg. Das mache Mut und fordere Ostfriesland geradezu auf, verstärkt Einigkeit zu suchen und darzustellen.

Rückschläge der politischen Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und der Stadt Emden in verschiedenen Gremien (Strukturkonferenz Ost-Friesland, Regionalrat) hätten jedoch die positive
Entwicklung des Landstrichs in den letzten 25 Jahren nicht stoppen können, sagte Mecklenburg. Regenerative Energien und der Tourismus sorgten für positive Impulse und eine prosperierende Wirtschaft.
Die Ostfriesische Landschaft fördere und unterstütze die Entwicklung nach Kräften. Mit ihren zahlreichen Aufgaben in der Kulturarbeit, Lehrerfortbildung, Archäologie, Plattdüütskbüro, Landschaftsbibliothek
oder Volkskunde habe sie ganz Ostfriesland im  Blick.

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