Zur Auszeichnung von Steffen Quaschny (Urkunde) gratulierten (von links) Nicole Nanninga (Ausbildungsleiterin ENERCON), Keno Claassen, Klaus Peters, Albert Lienemann und Jörg Frerichs. © HWK

Ein Händchen für Präzision

Steffen Quaschny aus Osteel liebt es, auf den Mikrometer genau zu arbeiten. Von der Handwerkskammer ist er zum Lehrling des Monats ausgezeichnet worden.

Ostfriesland. In seiner Teenie-Zeit hat Steffen Quaschny immer an den Fahrzeugen auf der Kartrennbahn in Marienhafe geschraubt. Besonders die Motoren hatten es ihm angetan. Er wollte unbedingt herausfinden, wie die mechanischen Abläufe funktionieren und die Karts wieder zum Laufen bringen, erzählte der Osteeler während eines Besuchs der Handwerkskammer für Ostfriesland. „Jetzt kann er die Getriebe selber bauen“, beantwortete sein Ausbilder, Keno Claassen, die Frage, warum Steffen Quaschny nicht Kfz-Mechatroniker geworden sei.

Der 24-Jährige lernt im dritten Lehrjahr bei Mechanic Anlagenbau in Aurich den Beruf zum Feinwerkmechaniker in der Fachrichtung Maschinenbau. Derzeit überlegt er, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Den guten Notendurchschnitt dafür kann er vorweisen. Viel Lob erhielt er von Präsident Albert Lienemann und Jörg Frerichs, stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Für sein schulisches und betriebliches Engagement zeichneten sie ihn zum Lehrling des Monats aus. „Auf die Ausbildungsleistung können Sie sehr stolz sein“, gratulierte Lienemann.

„Für uns ist es sehr wichtig, junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und ihnen Perspektiven im Unternehmen aufzuzeigen“, sagte Gesamtproduktionsleiter Klaus Peters. Jährlich werden rund 80 Auszubildende im kaufmännischen wie auch im handwerklich-technischen Bereich von der Firmengruppe ENERCON in Aurich eingestellt. Hierzu wurde eigens eine Ausbildungswerkstatt im Energie-, Bildungs- und Erlebnis-Zentrum (EEZ) in Aurich eingerichtet, in denen Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik geschult werden.

Steffen Quaschny ist einer von vier Feinwerkmechanikern, die derzeit ausgebildet werden. Die Grundlagen werden zunächst in den gläsernen Werkstätten des EEZ vermittelt. Danach folgt die Ausbildung in der Fertigung von Mechanic Anlagenbau. Die Lehrlinge verbringen zudem einige Monate in Tochterwerken der ENERCON Gruppe. Auch Aufstiegsmöglichkeiten bieten Perspektiven. So plant Quaschny bereits, nach seiner Abschlussprüfung die Technikerschule in Emden berufsbegleitend zu besuchen.

Der Beruf sei bei den Jugendlichen beliebt. „Es reizt sie, die computergesteuerten Werkzeugmaschinen zu bedienen“, berichtete Claassen. Planerisches Denken, Zusammenhänge verstehen, gute Mathematik- und Physik-Kenntnisse seien für die Ausbildung erforderlich, ebenso wie handwerkliches Geschick.

Steffen Quaschny findet besonders das präzise Arbeiten spannend: „Auf den kleinsten Mikrometer kommt es an, damit am Ende die Welle in die Nabe passt.“ Hauptsächlich stellen die Feinwerkmechaniker Hilfsmittel für die Fertigung der Windenergieanlagen her. So habe der Osteeler kürzlich eine sogenannte Verzahnungs-Prüflehre für die Qualitätssicherung der Getriebe ausgetüftelt. Mit ihr können die angelieferten Zahnräder und deren Zahnabstand auf Maßhaltigkeit kontrolliert werden. „Das ist im 3. Lehrjahr eine super Leistung“, betonte der Ausbilder die eigenständige Planung und Anfertigung durch seinen Schützling.

Für das Ausbildungsjahr 2017 bietet ENERCON noch Ausbildungsstellen an. Informationen finden Interessierte unter www.enercon.de.

Mit der Auszeichnung zum Lehrling des Monats will die Handwerkskammer auf die Perspektiven einer Ausbildung im Handwerk hinweisen. Jeder Betriebsinhaber kann einen Vorschlag einreichen. Ausschreibungsunterlagen unter www.hwk-aurich.de oder Telefon 04941 1797-58; Ansprechpartner ist Dieter Friedrichs.

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