© ProMotor/Volz

Der Diesel bleibt unter Druck

Marktanteil von Elektroautos hat sich im ersten Halbjahr verdoppelt

Ostfriesland. Der Diesel bleibt im niedersächsischen Pkw-Markt weiter unter Druck, während das Wachstumstempo der Elektro-Pkw langsam ist. Diesel-Pkw haben im Juni 14,7 Prozent verloren. Insgesamt habe es im vergangenen Monat einen "unerwarteten Dämpfer der bisher wechselhaften Automobilkonjunktur" gegeben, berichtete Lothar Freese, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeug-Handwerks für Ostfriesland, mit Hinweis auf ein Minus von 5,1 Prozent auf 33.728 (Vorjahr: 35.055) Pkw-Neuzulassungen für Niedersachsen.

Der Druck auf den Diesel-Pkw durch die anhaltenden Diskussionen über Fahrverbote zeige sich vor allem auch in der Halbjahresbilanz mit einem Rückgang der Diesel-Quote auf 41 (Vorjahr: 46,0) Prozent. Freese sagte: "Der Automobilhandel ist in großer Sorge. Der Sturzflug muss gebremst werden." Die Branche setze große Hoffnungen auf den sogenannten Diesel-Gipfel am 2. August in Berlin. Das Kfz-Gewerbe erwarte Lösungen zur Nachrüstung von Euro 5-Pkw und eine Versachlichung der Diskussionen.

Im Juni seien den aktuellen KBA-Länderzahlen zufolge 19.327 (Vorjahr: 18.655) Benziner erstmals zugelassen worden. Das Verkaufsvolumen der Diesel-Pkw sei von 15.895 auf 13.561 Zulassungen gesunken. Das gestiegene Kaufinteresse für den Benziner könne die Verluste beim Diesel nicht ausgleichen. Kumulativ liege der niedersächsische Pkw-Markt insgesamt noch mit 4,6 Prozent auf 245.023 Verkäufe im Plus.

Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw haben in Niedersachsen, wie Freese weiter sagte, im ersten Halbjahr 2017 auf niedrigem Niveau deutlich zugelegt. Insgesamt seien von Januar bis Juni 887 Pkw mit Elektroantrieb erstmals zugelassen worden, ein Zuwachs von rund 93 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil der Elektroautos an allen neuen Pkw habe sich gegenüber dem Vorjahr damit von 0,24 Prozent auf 0,46 Prozent erhöht.

1824 Zeichen