Freuen sich über den Gedankenaustausch (von links) Folker Diermann, Sven Behrens, Reinhard Hegewald, Bernd Busemann, Albert Lienemann und Peter-Ulrich Kromminga.
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Berufliche Bildung aufwerten

Landtagspräsident Bernd Busemann besucht die Handwerkskammer für Ostfriesland.

Ostfriesland. Bernd Busemann, Präsident des niedersächsischen Landtags besuchte jetzt die Handwerkskammer für Ostfriesland in Aurich. Begleitet wurde er von Reinhard Hegewald, Bundestagskandidat für Aurich sowie den Landtagskandidaten Folker Diermann und Sven Behrens. Gemeinsam verschafften sich die CDU-Politiker einen Überblick über das ostfriesische Handwerk.

Die Kammerspitze, vertreten durch Präsident Albert Lienemann und Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga, war sich mit den Politikern einig, dass das ostfriesische Handwerk eine überwiegend gute Auftragslage hat, aber es an Fachkräften mangelt. Der demographische Wandel trage dazu bei, dass immer weniger Stellen besetzt seien. Die alten Handwerker schieden vermehrt aus dem Arbeitsleben aus und die Schulabgänger entschieden sich immer öfter für eine akademische Ausbildung. „Wir müssen dafür sorgen, dass berufliche Bildung neu entdeckt wird“, sagte Bernd Busemann. Abiturienten müsse deutlicher vor Augen geführt werden, dass eine Ausbildung viele Vorteile bringen könne. Eine Berufsausbildung sei auch gerade für die Studienabbrecher eine zweite Chance. „Man muss die Abbrecher auffangen. Die Ausbildung im Handwerk ist dann eine gute Alternative“, sagte Reinhard Hegewald.
Peter-Ulrich Kromminga ergänzte, dass dies bereits getan werde. Es gibt eine Kooperation zwischen der Handwerkskammer für Ostfriesland und der Hochschule Emden/Leer. Es müsse aber auch darüber nachgedacht werden, die Ausbildung im Handwerk attraktiver zu machen. „Es kann nicht sein, dass eine Meisterausbildung im Handwerk den Einzelnen viel Geld kostet und ein Studium vergleichsweise wenig.“ Man könne auch darüber nachdenken, ähnlich wie für die Sekundarstufe II angedacht, Handwerkslehrlingen zukünftig die Beförderung im öffentlichen Nahverkehr kostenlos zur Verfügung zu stellen, so Kromminga.
Egal, was getan werde, wichtig sei es, die Jugendlichen früh über das Handwerk und seine rund 130 Ausbildungsberufe zu informieren. „Ein erster Schritt muss die Bewusstseinsbildung in den Schulen und bei den Eltern sein. Gerade in den Gymnasien“, sagte Albert Lienemann. Folker Diermann ergänzte, dass es auch darum gehe, persönliche Interessen und Fähigkeiten der Schüler zu erkennen und zu fördern. „Jeder hat Talente, man muss ihm nur die Chance geben, sie zu entdecken“, sagte Diermann.
Dieser Gedanke wird bereits durch die erfolgreiche Imagekampagne des deutschen Handwerks aufgegriffen. #einfachmachen ist deren Motto und soll vor allem junge Menschen dazu auffordern, sich im Handwerk auszuprobieren.

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