Zwei Tage baute Cedrik Mallon (13 Jahre) aus Wiesmoor an dem kleinen Strandbuggy aus Kunststoff. © HWK

Begabungen an der Werkbank testen

360 Achtklässler bevölkern für zwei Wochen die Handwerkskammer und Kreisvolkshochschule.

Ostfriesland. Wie zerlegt man einen Motorblock? Was ist eine Ventilette? Wie biegt man damit eine Brille? Wofür braucht man eine Bauzeichnung? Und wann ist eine Mauer im Lot? Viele Fragen galt es, während der Berufsorientierung in der Handwerkskammer für Ostfriesland und der Kreisvolkshochschule Aurich zu ergründen. Für zwei Wochen öffneten das Berufsbildungszentrum und die Gesellschaft zur Durchführung zusätzlicher Ausbildungs- und Arbeitsmaßnahmen Aurich (GDA) Tür und Tor für Schülerinnen und Schüler der achten Klassen von allgemeinbildenden Schulen aus dem Landkreis Aurich.

Insgesamt 360 Teenies schnupperten Werkstattluft, durften Hammer und Säge schwingen, in die Töpfe der Ausbildungsküche schauen und die Lockenwickler im Friseursalon eindrehen. „Mit der Teilnehmerzahl brechen wir alle Rekorde“, berichtete Organisator Wilhelm Rabenberg von der Handwerkskammer. Angefangen 2008 mit 21 Schülern zeigen die mittlerweile neun teilnehmenden Schulen, welchen wichtigen Stellenwert die Berufsorientierung im Lehrplan eingenommen hat. „Für die 13- bis 15-Jährigen sind es ganz neue Eindrücke, an der Werkbank zu stehen, mit den Händen etwas zu bauen und ihre Mathematik- oder Physik-Kenntnisse in der Praxis anzuwenden“, erklärte Rabenberg. Da gebe es viele Aha-Erlebnisse. Das sei auch wichtig, da nur die wenigsten wüssten, wie es im Arbeitsleben aussieht und welchen Berufsweg sie später einschlagen möchten.

Welche Begabungen die Schüler haben, wurde im Vorfeld mittels einer zweitägigen Potenzialanalyse herausgefunden. Ihre Talente durften die Achtklässler dann in jeweils vier der 23 Berufsfelder testen. Darunter Holztechnik, Augenoptik, Farb- und Raumgestaltung, Gastronomie, Friseur, Kfz-Technik oder Hochbau. Der Spaß kam dabei auch nicht zu kurz. Spielerisch setzten die Ausbilder und Lehrwerksmeister kleine Projekte um, die teilweise auch mit nach Hause genommen werden durften. In der Metalltechnik freuten sich die Schüler über einen kleinen Strandbuggy. Die Tischler bauten ein Geduldsspiel, den „Teufelsknoten“. Und in der CAD-Werkstatt konstruierte der Nachwuchs ein dreidimensionales Lego-Auto am Computer.

Viel wichtiger jedoch ist das Zertifikat, welches jeder Teilnehmer nach Beendigung der Maßnahme für die erste Bewerbungsmappe erhält, „damit der Übergang von der Schule ins Berufsleben etwas leichter klappt“, fasste Rabenberg das Programm zusammen, welches aus Fördertöpfen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie dem Bundesinstitut für Berufsbildung finanziert wird. Eine Bildergalerie gibt es auf www.facebook.com/hwkostfriesland.

An der Berufsorientierung haben folgende Schulen teilgenommen:
Schule am Extumer Weg, IGS Aurich-West, HTG Ihlow, KGS Wiesmoor, Schule Südbrookmerland, David-Fabricius-Schule, IGS Waldschule Egels, Realschule Aurich und KGS Großefehn.

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