Zum gemeinsamen Austausch trafen sich (von links): Karina Kleen, Albert Lienemann, Helga Albers, Heidi Kluth, Angelika Eilts (UFH-Vorsitzende Arbeitskreis Aurich-Stadt Emden) und Ingrid Hilbrands (UFH-Vorsitzende Arbeitskreis Leer). © HWK

Absicherung für den Ernstfall

Unternehmerfrauen informieren sich über finanzielle Vorsorge.

Ostfriesland. Bei der Regionalkonferenz der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) stand die betriebliche Vorsorge und persönliche finanzielle Absicherung auf der Agenda. Die Mitglieder kamen in der Handwerkskammer für Ostfriesland in Aurich zusammen, wo sie Präsident Albert Lienemann begrüßte. Gleich zu Beginn stellte Karina Kleen, betriebswirtschaftliche Beraterin der Handwerkskammer, eine Frage, die nachdenklich stimmte: „Was wäre, wenn Sie vor 14 Tagen gestorben wären?“

Um den eigenen Betrieb im Krankheits- oder Todesfall handlungsfähig zu halten, gilt es, einiges zu beachten. Zur Vorbereitung auf den Ernstfall teilte die Handwerkskammer einen Notfallordner aus. Darin werden unter anderem Passwörter und Zugangsdaten für den Computer sowie Software hinterlegt und Bank- und Steuerunterlagen aufbewahrt. Auch ein Zweitschlüssel sollte immer auffindbar sein und der Aufbewahrungsort notiert werden. Unterlagen zum Tagesgeschäft wie Arbeitspläne und Auftragsunterlagen gehören nicht zwangsläufig in den Notfallordner, sollten dennoch jederzeit für Befugte zugänglich sein. Die erste Vorsitzende des UFH-Landesverbandes, Heidi Kluth, erklärte, viele Unternehmerfrauen seien im Büro tätig. Wenn diese ausfielen, sei es oft schwierig, sie zu ersetzen. „Es ist wichtig, Firmenunterlagen und Zugangsdaten zu notieren“, betonte Heidi Kluth. Ohne diese Vorsorge riskiere die Geschäftsführung, dass Mitarbeiter im Ernstfall weder die Firma betreten, noch notwendige Überweisungen tätigen könnten.

Wichtig bei der Vorsorge ist zudem, sich rechtzeitig um notwendige Versicherungen und Vollmachten zu kümmern. Rechtsanwältin Helga Albers aus Aurich ging auf die Übertragung der geschäftlichen Vertretungsrechte näher ein. „Nur dem Ehegatten Vollmachten für den Notfall zu erteilen genügt nicht. Partner verbringen sehr viel Zeit miteinander. Dadurch steigt die Gefahr, dass beide bei einem Unfall ausfallen“, so die Notarin. Um die Vollmachten zu übertragen, sei ein erhebliches Maß an Vertrauen erforderlich. Damit die Person im Notfall Zugriff auf die Schriftstücke hat, sollten ihm diese jederzeit zugänglich sein. So könnte der Notfallordner in einem Safe verwahrt werden, um ihn vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

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