Ausbilden eigener Fachkräfte

Eigene Fachkräfte ausbilden

Nachwuchskräfte zu finden ist aufgrund des demografischen Wandels immer schwieriger. Bleiben Sie wettbewerbsfähig und investieren in die Ausbildung eigener Fachkräfte, um so die wirtschaftliche Zukunft des eigenen Unternehmens zu sichern. Steigern Sie Ihre Chancen mit unserer Unterstützung, der Handwerkskammer für Ostfriesland.

Sie möchten ausbilden?

Wir geben Hilfestellungen bei Erstausbildungen, informieren über sämtliche Aspekte der Berufsausbildung oder auch Umschulung und stehen bei Ausbildungsproblemen und Konfliktsituationen beratend zur Seite.

Wer darf ausbilden?
Ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich geeignet ist. Wer das ist, stellt der Ausbildungsberater fest. Eine Ausbildungsstätte gilt in der Regel dann als geeignet, wenn sie die in der Ausbildungsordnung geforderten Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln kann. Vorhandene Mängel können durch außerbetriebliche, überbetriebliche oder Verbundausbildung behoben werden.

Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer für Ostfriesland stehen bei allen Fragen vor und während der Ausbildung gerne zur Verfügung.

Hilfestellung in der Ausbildung

Wenn ein Auszubildender beeinträchtigt oder sozial benachteiligt ist, können Jugendliche ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) in Anspruch nehmen. Diese Hilfestellung gibt es bei Nachholbedarf in Fachtheorie und -praxis, bei Sprachproblemen, Prüfungsangst und Problemen im sozialen oder betrieblichen Umfeld. Die Teilnahme an abH-Maßnahmen der Agentur für Arbeit ist für Betriebe und Auszubildende kostenlos.

Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQ)

Als betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten dient die Einstiegsqualifizierung (EQ) jungen Menschen unter 25 Jahren als Brücke in die Berufsausbildung. Die Agentur für Arbeit erstattet die Vergütung der Einstiegsqualifizierung von bis zu 231,00 Euro monatlich und einen Zuschuss zur Sozialversicherung in Form einer Pauschale von 116,00 Euro. Der Antrag auf eine Förderung ist vor Beginn der Vertragslaufzeit bei der Agentur für Arbeit zu stellen.

Die Handwerkskammer für Ostfriesland berät zu allen Fragen im Zusammenhang mit EQ. Betriebe können der Handwerkskammer oder der Agentur für Arbeit freie Plätze melden.

Die Qualifizierungsbausteine für die EQ gelten zur Zeit für die folgenden Ausbildungsberufe:

  • Anlagenmechaniker/-in für SHK-Technik
  • Augenoptiker/-in
  • Bäcker/-in
  • Bauten- und Objektbeschichter/-in
  • Bürokaufmann/-frau
  • Dachdecker/-in
  • Elektroniker/-in
  • Fachverkäufer/-in im Nahrungsmittelhandwerk
  • Fleischer/-in
  • Friseur/ -in
  • Gebäudereiniger/-in
  • Gerüstbauer/-in
  • Kfz-Mechatroniker/-in
  • Konditor/-in
  • Maßschneider/-in
  • Maurer/ Maurerin
  • Metallbauer/-in
  • Raumausstatter/-in
  • Straßenbauer/-in
  • Tischler/-in
  • Zimmerer/-in
  • Zweiradmechaniker/-in

Prüfungsberatung (außer Meister)

  • Gesellen- und Abschlussprüfungen für Lehrlinge von Nicht-Innungsmitgliedern in fast allen handwerklichen und einigen kaufmännischen Berufen
  • Umschulungsprüfung in handwerklichen Berufen
  • Werkausbildung für körperlich, geistig und seelisch Behinderte, soweit für sie besondere Ausbildungsregelungen erforderlich sind

Gisela Dirks

Telefon 04941 1797-77
Telefax 04941 1797-76
g.dirks@hwk-aurich.de

Anerkennung ausländischer Prüfungszeugnisse unterhalb der Meisterebene

Mit einzelnen Staaten hat die Bundesrepublik Vereinbarungen zur Gleichstellung von Prüfungszeugnissen getroffen. Die Handwerkskammer kann aufgrund des § 92 Bundesvertriebenengesetzes ausländische Prüfungen als gleichwertig mit der Gesellen- oder Abschlussprüfung anerkennen.

Bewertung ausländischer Berufsabschlüsse

Durch das ab dem 1. April 2012 in Kraft getretene "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" (kurz: Anerkennungsgesetz) erhalten alle Personen mit einem im Ausland erworbenen Berufsabschluss einen Anspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen mit einem deutschen Berufsabschluss.

Für die handwerklichen Berufe sind die Handwerkskammern zuständige Stellen für die Durchführung von Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren und für die Ausstellung von Gleichwertigkeitsbescheinigungen.

Teilzeitausbildung für Mütter und Väter

Manche Mütter oder Väter hatten vor der Geburt ihres Kindes keine Gelegenheit, eine qualifizierte Ausbildung zu absolvieren.

Wenn Sie als Unternehmen, jungen Müttern und Vätern eine Ausbildung in Ihrem Betrieb ermöglichen, sorgen Sie nicht nur für eigenes gut ausgebildetes Personal. Neben dem finanziellen Vorteil, z. B. durch eine geringere monatliche Ausbildungsvergütung bei Teilzeitausbildung/Teilzeitumschulung, können Sie mit einer hohen Motivation Ihrer/Ihres Auszubildenden rechnen.

© Hoppmann

Varianten eines familienorientierten Ausbildungsplatzes

  • Reduzierung der Ausbildungszeit – z. B. auf 6 Stunden bzw. wöchentlich 30 Stunden (75 %)
  • Verlängerung der Ausbildungsdauer, wenn eine Reduzierung unter 75 % vorliegt
  • gegebenenfalls individuelle Verkürzung bei einem z. B. guten Schulabschluss in Abstimmung
    mit dem zuständigen Ausbildungsberater der Handwerkskammer

Folgende Teilzeitmodelle sind möglich (§ 8 Berufsbildungsgesetz)

  • Modell 1: die Regelausbildungsdauer bleibt unverändert, bei mindestens 25 Stunden
    Arbeitszeit inklusive Berufsschulunterricht in Vollzeit
  • Modell 2: die Regelausbildungszeit wird um ein Jahr verlängert, bei einer Arbeitszeit von
    20 Stunden inklusive Berufsschulunterricht in Vollzeit

Voraussetzungen für eine Teilzeitausbildung

Teilzeitausbildung ist möglich, wenn ein berechtigtes Interesse geltend gemacht werden kann - als solches gilt Familienverantwortung. Es ist auch eine nachträgliche Änderung von Voll- in Teilzeitausbildung möglich. Ein gemeinsamer Antrag sollte vom Betrieb und der/dem Auszubildenden an die zuständige Handwerkskammer gestellt werden.

Eine Ausbildung in Teilzeit kann in allen betrieblichen Ausbildungsberufen durchgeführt werden.

  • Sie möchten einen jungen Menschen ausbilden, der bereits Verantwortung für eigene Kinder oder für die Pflege von Angehörigen übernommen hat
  • Sie haben bisher noch nie ausgebildet, weil die Personalkapazitäten, die vorhandene Arbeit oder auch die Betriebsgröße bisher nicht ausreichten
  • Ihre Ausbilderin oder Ihr Ausbilder arbeitet selber in Teilzeit und konnte für eine Ausbildung in Vollzeit nicht ausreichend zur Verfügung stehen
  • Eine Ihrer Auszubildenden ist schwanger und Sie befürchten, dass die Ausbildung nicht erfolgreich zu Ende geführt werden kann
  • Sie sind der Meinung, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit familiären Interessen ein Gewinn für Ihren Betrieb und Ihre Branche sind
  • Finanzielle Vorteile durch die Verringerung der monatlichen Ausbildungsvergütung
  • Wird ein bestehendes Ausbildungsverhältnis durch Elternzeit unterbrochen, geht die betriebliche Investition durch Fortführung in Teilzeit nicht verloren
  • zeitliche Flexibilität, Einsatz der Auszubildenden passend zur Betriebsstruktur
  • Familienfreundlichkeit ist ein klarer Standortfaktor und kann auch werbewirksam eingesetzt werden (positive Wirkung auf Kunden)
  • Verantwortungsbewusstsein und Motivation der Auszubildenden sind in der Regel ausgeprägter
  • Die Einrichtung von Teilzeitausbildungsstellen erhöht das Ausbildungspotenzial
  • Ein Zuwachs an gut ausgebildeten Fachkräften stärkt die Wirtschaft und wirkt dem zu erwartenden Fachkräftemangel entgegen.
  • Junge Menschen mit Familienpflichten, besonders Alleinerziehende erhalten eine Chance zum Berufseinstieg
  • Eine Ausbildung erhöht die Chancen auf eine existenzsichernde und dauerhafte Beschäftigung
  • Eine Schwangerschaft führt nicht zum Ausbildungsabbruch, weil die Ausbildung in Teilzeit fortgeführt werden kann
  • Längere familienbedingte Unterbrechungszeiten erschweren den Einstieg in den Arbeitsmarkt, die Teilzeitausbildung ermöglicht den schnelleren Berufseinstieg
  • Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Möglichkeit zu finanzieller Unabhängigkeit und Selbstverantwortung
  • Die Teilzeit-Variante ist grundsätzlich bei allen betrieblichen Ausbildungen möglich
  • Die Berufsschule ist wie in einer Vollzeit-Ausbildung zu besuchen
  • Die Stundenaufteilung kann aber im Rahmen der reduzierten Wochenstunden nach den Bedürfnissen von Betrieb und Auszubildenden abgestimmt werden
  • Gemeinsamer Antrag vom Betrieb und Auszubildenden/UmschülerIn an die zuständige Stelle (im Handwerk über die Kreishandwerkerschaft an die zuständige Stelle)
  • Beratung durch den zuständigen Ausbildungsberater bzw. die Ausbildungsberaterin der zuständigen Stelle/Kammer ist möglich
  • auch nachträgliche Änderung von Vollzeit- in Teilzeitausbildung ist möglich
  • Zahlung einer angepassten Ausbildungsvergütung
  • Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb über die Teilzeitausbildung der bzw. des Auszubildenden

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland hält an. Viele Inhaber von Handwerksbetrieben wollen den ankommenden Menschen eine berufliche Perspektive bieten. Doch bei der Vielzahl unterschiedlicher Regelungen ist es schwierig, den Durchblick zu bewahren. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei.

Das sollten Sie bei der Einstellung beachten:

Suchen Sie Kontakte und Informationen bei Asylvereinen und dem Ehrenamt in Ihrem Ort. Die ehrenamtlichen Helfer haben direkten Kontakt zu den Menschen, haben deren Qualifikation oft bereits abgefragt und können sie auch persönlich einschätzen. Sie unterstützen den Einstellungsprozess und begleiten die geflüchteten Personen meist auch noch während der Beschäftigung.

Während des Asylverfahrens gilt grundsätzlich eine Aufenthaltsgestattung. Nach Abschluss des Asylverfahrens erhalten die Flüchtlinge entweder eine Aufenthaltserlaubnis (Asyl gewährt) oder eine Duldung (nach Ablehnung des Asylverfahrens ist eine Ausreise nicht möglich). Je nach Status müssen Arbeitserlaubnisse eingeholt und andere Anforderungen geklärt werden.

Bietet die Berufsschule eine vorbereitende Klasse für Flüchtlinge an? Unter welchen Gegebenheiten kann der Azubi den Berufsschulunterricht besuchen? Auch die Anfahrt zu den Schulen ist abzuklären, da geflüchtete Personen oft auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.

Ist eine geförderte Einstiegsqualifizierung (sechs bis zwölf Monate Praktikum) möglich? Hierbei kann die geflüchtete Person zunächst auf Basis eines Praktikums in den Betrieb hineinwachsen und gegebenenfalls Deutschkenntnisse ausbauen. Der Betrieb wird durch die Förderung zudem durch die Agentur für Arbeit finanziell entlastet.

Holen Sie sich bei der Ausländerbehörde die Erlaubnis für konkrete Praktika, Ausbildungen oder Anstellungen der Flüchtlinge ein. Denn unabhängig von einer allgemeinen Arbeitserlaubnis müssen auch die konkreten Beschäftigungsverhältnisse genehmigt werden.

Carsten Berenstecher

Telefon 04941 1797-46
Telefax 04941 1797-76
c.berenstecher@hwk-aurich.de

Die Handwerkskammer für Ostfriesland beteiligt sich am Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA). Betriebe haben die Chance, Praktikumsplätze und bei Eignung Ausbildungsplätze zu melden.

Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eine kostenfreie Broschüre erstellt, die einen Überblick liefert, was Unternehmer bei der Anstellung von Flüchtlingen beachten müssen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat einen kostenfreien Flyer erstellt, der wichtige Fragen zur Ausbildung von Flüchtlingen beantwortet.

Die größte und bekannteste Jobbörse in Deutschland JOBBÖRSE.de bietet Arbeitgebern und Geflüchtete kostenlos ihre Dienste an:

  • Geflüchtete finden dort aktuelle Jobs für Geflüchtete und können zusätzlich ihr Bewerbungsprofil kostenlos eintragen.
    Die Stellenangebote werden passend zum Bewerberprofil selektiert und passende Jobs werden regelmäßig per Email an registrierte Bewerber geschickt.
  • Für Arbeitgeber gibt es einen Leitfaden mit wichtigen Fragen zum Thema „Ausbildung bzw. Beschäftigung von Flüchtlingen“, sodass interessierte Arbeitgeber alle wichtigen Aspekte bei der Beschäftigung berücksichtigen können.

Vertiefte Berufsorientierung für Flüchtlinge im Handwerk (BOF)

Viele Handwerksbetriebe suchen motivierte Auszubildende. Eine handwerkliche Ausbildung stellt eine hervorragende berufliche Perspektive dar. Um sich noch intensiver auf eine Ausbildung im Handwerk vorzubereiten, haben junge Flüchtlinge die Möglichkeit, 13 Wochen lang vertiefte Einblicke in bis zu drei Ausbildungsberufen zu erhalten.

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre Eignung und Neigung zu überprüfen. Während dieser Zeit werden sie berufsbezogen sprachlich weiter qualifiziert und von
einer sozialpädagogischen Fachkraft individuell begleitet. Die Berufsorientierung gliedert sich in Werkstatttage und ein anschließendes Betriebspraktikum.

Die Werkstatttage dauern neun Wochen und können in den folgenden Berufsfeldern absolviert werden:

  • Elektrotechnik
  • Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik (SHK)
  • Metalltechnik
  • Kfz-Technik
  • Holztechnik (Tischler)
  • Bautechnik (Maurer)

Auf der Grundlage ihrer Erfahrungen während der Werkstatttage entscheiden sich die Teilnehmenden für einen Ausbildungsberuf. Diesen lernen sie während einer vierwöchigen Betriebsphase in einem Handwerksunternehmen näher kennen.

Werkstatttage: 14. August bis 18. Oktober 2017
Betriebsphase: 19. Oktober bis 17. November 2017

Teilnehmen können junge Flüchtlinge, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge
    oder Asylbewerber/innen bzw. Geduldete mit Arbeitsmarktzugang sein,
  • das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • deutsche Sprachkenntnisse i.d.R. mindestens auf
    dem Niveau B1 (GER) nachweisen,
  • einen Integrationskurs oder entsprechende schulische Maßnahmen bzw. vergleichbare Vorbereitungsmaßnahmen abgeschlossen haben.

Das BOF-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Theo Prenting

Telefon 04941 1797-23
Telefax 04941 1797-14
t.prenting@hwk-aurich.de

Pia Schweikard

Telefon 04941 1797-21
Telefax 04941 1797-76
p.schweikard@hwk-aurich.de